Blickrichtung Ost

E.on Energie wächst in Zentraleuropa weiter

Die EU-Erweiterung betrachtet E.on Energie als Chance die begonnenen Aktivitäten fortzusetzen. In Ungarn hat man in der Stromverteilung bereits einen Marktanteil von rund 45 %. In Tschechien und der Slowakei ist man an großen Versorgern beteiligt. Der Blick geht jetzt weiter: Etwa nach Bulgarien, wo der Markteintritt geplant ist.

09. August 2004

Wir sind heute der am besten aufgestellte Energiedienstleister in Zentralosteuropa“, sagte Dr. Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender der E.on Energie AG kürzlich auf einer Pressekonferenz in München. Mit rund 9.000 Mitarbeitern versorge E.on Energie in dieser Region mehr als 5 Mio. Kunden bei einem Stromabsatz von rund 34 Mrd. kWh.

Vor allem in Zentralosteuropa habe man gute Fortschritte gemacht, so Dr. Teyssen: „In Ungarn haben wir bei der Stromverteilung jetzt einen Marktanteil von rund 45 Prozent und erreichen damit über 2,5 Millionen Kunden.“ In der Slowakei habe man trotz einer vorläufigen Minderheitsbeteiligung von 40 % bereits heute die unternehmerische Führung bei ZSE. Von Bratislava aus versorge man annähernd eine Million Kunden mit Strom.

Aber die Ziele sind bei E.on bereits weiter gesteckt: „Polen als größter Energiemarkt der Beitrittsstaaten ist für uns weiterhin von strategischem Interesse“, sagte der E.on-Energie-Chef. Zudem bemühe man sich derzeit um den Eintritt in den bulgarischen Markt. Die dortige Regierung hat die regionalen Stromversorger des Landes in drei Paketen zur Privatisierung ausgeschrieben. Auch die Entwicklung in Rumänien beobachte man genau. Die rumänische Regierung will ab 2005 mehrere Staatsunternehmen privatisieren.

Zum Thema Versorgungssicherheit hat der E.on-Energie-Chef eine klare Meinung: „Die Zeit für die deutschen und europäischen Energieversorger wird knapp, um mit Multi-Milliarden-Investitionen für die Erneuerung von Kraftwerken, Speichern, Transport- und Verteilsystemen für Strom und Gas erfolgreich auf den Weg zu bringen.“ Jetzt sei die Zeit, um Grundlagen für die Erneuerung zu legen. Für den Verlauf der Diskussion über die steigenden Strompreise hat der Vorstandsvorsitzende wenig Verständnis: „Die gegenwärtig in Deutschland geführte öffentliche Debatte über ständig steigende Strompreise zeigt die Bedeutung des Themas. Dass dabei die Politik den Energieversorgern die Schuld zuschiebt, wird für uns allmählich zum Ärgernis.“ Die in Deutschland durchgeführten Strompreiserhöhungen seien im internationalen Vergleich noch moderat ausgefallen.

So hätten die E.on-Regionalversorger im Privatkundenbereich den Allgemeinen Tarif 2004 im Durchschnitt um 2,7 % erhöht. In Schweden seien die Preise dagegen um rund 5 %, in Großbritannien etwa um 7 %, in Ungarn sogar um mehr als 20 % gestiegen.

Der Preisschub resultiere aus der dramatischen Entwicklung der Brennstoffpreise. Hinzu seien starke Preisschwankungen an den Handelsmärkten gekommen. Dr. Teyssen hat hierfür auch eine Erklärung parat: „Es ist ein Gesetz des Marktes: Je größer die Unsicherheit, desto mehr treiben Angstprämien und Risikoaufschläge die Preise in die Höhe.“

Erschienen in Ausgabe: 08/2004