BNetzA erteilt Zuschläge in der zweiten PV-Ausschreibung

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat im Rahmen der Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen 33 Gebote mit einem Gebotsumfang von 159.735 kW bezuschlagt.

17. August 2015

»Der positive Eindruck der ersten Ausschreibungsrunde hat sich verfestigt: Auch in der zweiten Runde ist echter Wettbewerb um die Förderberechtigungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu beobachten«, fasst Peter Franke, Vizepräsident der BNetzA zusammen. Die hohe Beteiligung sei ein gutes Signal für die Energiewende.

Zudem zeige sich in der zweiten Runde, dass auch vermeintlich weniger professionelle Anlagenbetreiber günstig anbieten und Zuschläge erhalten können, ergänzt Franke.

Bei der BNetzA sind für die zweite Ausschreibungsrunde 136 Gebote eingegangen. Insgesamt wurde für Projekte mit einem Volumen von 558 MW geboten, das Ausschreibungsvolumen von 150 MW war erneut deutlich überzeichnet. Die Zahl der bezuschlagten Unternehmen ist insgesamt gestiegen. Erfolgreich waren insbesondere Multiprojektbieter, aber unter anderem auch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Der Zuschlagswert steht noch nicht fest, da in dieser Runde die Preisbildung nach dem Einheitspreisverfahren (›uniform pricing‹) erfolgt und abgewartet werden muss, ob ein Nachrückverfahren nötig ist. Dies steht erst nach dem 1. September 2015 fest. Zu dieser Frist müssen die erfolgreichen Bieter eine Zweitsicherheit stellen, da der Zuschlag ansonsten erlischt. Sofern für Gebote mit einer Menge von insgesamt mehr als 30 Megawatt keine Zweitsicherheit gestellt wird, führt die BNetzA Anfang September 2015 ein Nachrückverfahren durch.

Insgesamt wurden 15 Gebote ausgeschlossen, da sie die Teilnahmevoraussetzungen nicht erfüllten. Die Ausschlussgründe waren diesmal jedoch weniger fehlenden Unterlagen geschuldet, sondern lagen überwiegend an individuellen Fehlern, wie dem Verwenden alter Formulare oder dem Leisten zu geringer Erstsicherheiten. Die Zuschläge stehen auf www.bnetza.de/ffav15-2.

Kritik gab es vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE): »Vieles deutet darauf hin, dass der Bundesregierung die Quadratur des Kreises nicht gelingen wird: Gleichzeitig sollen die Akteursvielfalt erhalten, die Ausbau-Mengenziele erreicht und die Kosten stabil gehalten werden«. Es müsse die Option erhalten werden, das Experiment zu beenden, wenn die Nachteile bestehen bleiben. Falk bemängelte auch, dass die Ausschreibungsmengen grundsätzlich zu niedrig seien. Selbst der gegenüber der EU verpflichtende Sektor-übergreifende Erneuerbaren-Endenergieanteil von 18 % werde so bis 2020 voraussichtlich nicht erreicht.

Kritik kommt auch vom Bündnis Bürgerenergie. Wie schon bei der ersten Ausschreibungsrunde für PV-Freiflächenanlagen habe kein einziges Bürgerenergieprojekt einen Zuschlag erhalten. Vielmehr zeige sich erneut: die großen Marktakteure kassieren ab – die kleinen Anbieter werden verdrängt. »So räumt die Bundesregierung kleineren Projekten mit direkter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern keine faire Chance im Wettbewerb um neue Erneuerbaren-Anlagen ein«, kritisiert René Mono, stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Bündnis Bürgerenergie.

Von den wenigen Genossenschaften und natürlichen Personen, die sich beteiligt hatten, habe keiner einen Zuschlag erhalten, sagt Mono. Dagegen konnte ein Unternehmen mit seinen Tochterunternehmen 40 % der insgesamt bezuschlagten Menge auf sich vereinigen. Mono forderte ein für kleine Akteure gesondertes Ausschreibungssegment und eine finanzielle Absicherung im Ausschreibungsprozess.