BSW-Solar fordert Entschädigung bei Abregelung von Ökostrom

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Netzbetreiber künftig das Recht bekommen, bis zu fünf Prozent der Jahresarbeit einer Solarstromanlage unentgeltlich abzuregeln.

05. Februar 2014

Auch soll eine Abregelung der Anlagen nicht nur im Falle drohender Netzengpässe sondern auch bei negativen Strompreisen möglich sein. Netzbetreiber und Direktvermarkter müssten künftig Neuanlagen auch ansteuern können. Bisher werden Anlagenbetreiber im Falle einer notwendigen Abregelung für die entgangene Einspeisevergütung entschädigt.

Die Expertengruppe des EU-Projektes PV GRID aus 16 EU-Staaten (http://bsw.li/1dQ7E32) verlangt hingegen für Betreiber und künftige Investoren faire Rahmenbedingungen und eine volle Entschädigung für abgeregelten Solarstrom. Generell sollten Eingriffe auch nur bei drohender Netzinstabilität möglich sein. Die Arbeit zu PV Grid wird im Rahmen des EU-Programms "Intelligente Energie für Europa" gefördert, die Koordination obliegt dem BSW-Solar. Es nehmen zahlreiche nationale Solarverbände und Verteilnetzbetreiber daran teil.

BSW-Solar warnt in Anbetracht der Koalitionspläne vor Enteignung und schlechteren Investitionsbedingungen. »Das ist ein weiterer Versuch, die Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen zu verschlechtern. Die Umsetzung dieses Vorhabens wäre eine teilweise Enteignung der Anlagenbetreiber durch die Hintertür«, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Auch nehme der Druck ab, Stromnetze auszubauen, wenn entschädigungsfrei abgedreht werden kann.

Netzengpässe treten bei Solarstrom-Anlagen bislang nur sehr punktuell auf. Anders als andere Kraftwerke werden sie größtenteils ans Niederspannungsnetz angeschlossen, der Strom wird meist in der Nähe verbraucht. Daher müssen die Anlagen aufgrund des gut ausgebauten Verteilnetzes bisher nur in sehr seltenen Ausnahmefällen abgeregelt werden. Selbst große Photovoltaik-Kraftwerke, die an höhere Spannungsebenen angeschlossen werden, verzeichnen bislang eine Abregelungsquote von unter einem Prozent.