Bundesnetzagentur gibt Netzreservebedarfbekannt

Der Bedarf an Erzeugungskapazitäten aus Netzreservekraftwerken liegt im kommenden Winter bei 6.600 Megawatt (MW). Das gab die Bundesnetzagentur bekannt. Im vorigen Winterhalbjahr betrug der Bedarf noch 10.400 MW.

30. April 2018

Demnach reduziert sich der Netzreservebedarf um 3.800 Megawatt. Grund hierfür ist laut BNetzA insbesondere das am 1. Oktober 2018 startende Engpassmanagementverfahren zwischen dem deutschen und dem österreichischen Marktgebiet.

 

Das Engpassmanagement bewirkt, dass die Exporte von Deutschland nach Österreich auf den technisch möglichen Umfang reduziert werden.

 

Exportspitzen nach Österreich sind derzeit noch ein Treiber für Netzengpässe. Darüber hinaus hat sich die Durchführung von Freileitungsmonitoring durch die Netzbetreiber bedarfsreduzierend ausgewirkt.

 

Auch für den Winter 2020/2021 hat die Bundesnetzagentur einen Reservekraftwerksbedarf von rund 6.600 MW errechnet.

 

Trendwende erst durch Netzausbau

 

„Es gibt nach wie vor einen Bedarf an Netzreserve, um das deutsche Stromnetz in kritischen Situationen stabil zu halten. Dies macht die Bedeutung eines zügigen Netzausbaus deutlich“, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

 

Der Bedarf bestehe nach seinen Worten nur noch in einer Größenordnung, die allein aus inländischen Netzreservekraftwerken gedeckt werden kann.

 

„Daher ist anders als in den Vorjahren die Beschaffung zusätzlicher Netzreserveleistung aus ausländischen Kraftwerken nicht erforderlich“, so Homann weiter.

 

Erzeugungsleistung für Netzstabilität

 

Die Vorhaltung der Netzreserve dient dazu, Überlastungen im Übertragungsnetz zu verhindern, die aufgrund des noch unzureichenden Netzausbaus bestehen.

 

In Zeiten hoher Stromnachfrage und gleichzeitig hoher Erzeugung aus Windenergieanlagen muss das überlastete Netz stabilisiert werden.

 

Dann wird Erzeugungsleistung vor dem Engpass vermindert, und gleichzeitig die Erzeugungsleistung hinter dem Engpass erhöht.

 

Die Untersuchung des festgestellten Bedarfs an Netzreservekraftwerken für das Jahr 2020/2021 wird spätestens 2020 aktualisiert, heißt es. So können in der Zwischenzeit neu hinzugetretene Erkenntnisse bei der Ermittlung des Netzreservebedarfs berücksichtigt werden.

 

Der Bericht ist veröffentlicht unter: www.bundesnetzagentur.de/netzreserve