Dauerhaft im Dienst

Test & Technik

Ob bei Personenobservierung oder in Straßenkontrollen die mobilen Büros brauchen Strom. Das Bundesamt für Güterverkehr nutzt Einsatzfahrzeuge, die diesen Strom aus Brennstoffzellen beziehen.

04. August 2010

»Die Brennstoffzellen bieten für uns einen erheblichen Mehrwert: Sie liefern nicht nur immer und überall zuverlässig Energie wenn sie benötigt wird, sondern ermöglichen enorme logistische Erleichterungen im Einsatz«, sagt Ralf Mülhausen, Fuhrparkleiter im Bundesamt für Güterverkehr (BAG). Das Amt hat als selbstständige Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesverkehrsministeriums (BMVBS) eine Vielzahl von Aufgaben rund um den Güterverkehr zu erledigen. Dazu zählen auch jährlich mehr als 600.000 LKW- und Omnibuskontrollen, etwa im Bereich der Mautüberwachung und der Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten.

Knapp 400 BAG-Fahrzeuge mit Brennstoffzelle (BZ) sind derzeit auf Deutschlands Straßen unterwegs. »Wir haben die Systeme getestet und sind überzeugt von der Technologie. Mit dem Einsatz der Brennstoffzellen haben wir die Fuhrpark-Betriebskosten senken können und gleichzeitig die Einsatzbereitschaft erhöht«, sagt Mühlhausen.

Seit mehreren Monaten werden die mit Brennstoffzelle ausgestatteten Sonderfahrzeuge vom Bundesamt für Güterverkehr durchgängig über acht und mehr Stunden täglich als mobiles Büro im Rahmen des Straßen- und Mautkontrolldienstes genutzt. Dabei stellt die EFOY-Pro-Brennstoffzelle von Smart Fuel Cell (SFC) die Stromversorgung an Bord zur Verfügung.

Keine Leerfahrten zum Nachladen mehr notwendig

Die Bereitstellung einer verlässlichen Stromversorgung für Behördenfahrzeuge fernab vom öffentlichen Stromnetz insbesondere wenn sich die Fahrzeuge im Stand befinden – stieß bislang mit Batterien schnell an ihre Grenzen. Nach wenigen Stunden war die Batterie leer und das Fahrzeug musste entweder zum Nachladen an das Stromnetz, oder die Batterie musste über längeren Motorbetrieb im Stand unter hoher Lärm- und Umweltbelastung wieder aufgeladen werden.

Nun übernimmt dies bei Bedarf die im Kofferraum oder im Schranksystem installierte Brennstoffzelle – automatisch und ohne jeglichen Benutzereingriff. Ein Nachladen an der Steckdose ist nicht mehr nötig. Neben logistischen Vorteilen bringt diese Anwendung laut SFC Betriebskosteneinsparungen mit sich und ermöglicht einen deutlich flexibleren Einsatz der Fahrzeuge. Leerfahrten zum Nachladen könnten vermieden werden und die Einsatzdauer der Fahrzeuge sei erhöht worden.

Gutscheinlösung für Tankpatronen-Logistik

Auf der diesjährigen Hannover Messe 2010 haben das Bundesamt für Güterverkehr und SFC in einer gemeinsamen Präsenz die Vorteile der Anwendung präsentiert. Als Autarkielieferant etwa spielen die Systeme in vielen kommerziellen Applikationen auch im behördlichen Sektor und Sicherheitsbereich eine wichtige Rolle. Die BZ können ohne Aufwand in unbemannte Applikationen, Insellösungen sowie zahlreiche netzferne Sicherheitssysteme eingebaut werden und kommen in der Grenz-, Verkehrs- und Zufahrtsüberwachung, Personenobservierung und Veranstaltungssicherheit zum Einsatz.

Darüber hinaus lassen sich die Zellen mit anderen alternativen Energiequellen, wie etwa Solarpaneelen, kombinieren. Die Steuerung der Stromversorgung kann per SMS oder über einen Computer per Fernzugriff erfolgen.

Ihren Betriebsstoff beziehen die Brennstoffzellen aus EFOY-Tankpatronen, die je nach Größe 5, 10 oder 28l wochenlang Energie liefern und an über 1.500 Verkaufsstellen europaweit erhältlich sind. Für das BAG hat das Brennstoffzellen-Unternehmen eine Gutschein-Lösung für die Tankpatronenlogistik aufgebaut.

»Wir sind sehr stolz auf unsere Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Güterverkehr und freuen uns sehr, dass sich unsere mobilen Brennstoffzellen im Bereich Bordstromversorgung bewährt haben«, sagt Peter Podesser, Vorstandsvorsitzender der SFC. »Wir wissen, dass insbesondere für professionelle Nutzer ein zuverlässiges und nachhaltiges Stromversorgungskonzept fern der Steckdose überaus wichtig ist.«

Erschienen in Ausgabe: 02/2010