Aktuell verdichten sich die Meldungen, dass zum Jahreswechsel 2019/2020 die Markterklärung durch das BSI ansteht und damit die grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) den Pflichtrollout von intelligenten Messsystemen starten müssen. Dass es hierbei kaum eine hohe Kundennachfrage im Sinne von Mehrnutzen gibt, hat bereits der Gesetzgeber bei Formulierung eben genau dieser Verpflichtung gewusst. Hieran haben auch meh- rere Jahre Verzögerung und umfangreiche Anstrengungen einer gesamten Branche nicht viel ändern können.

Nun stellt sich für die Unternehmen, welche vor der Umsetzung des Rollouts stehen, also die Frage: Ist die Strategie »Augen zu und durch« im Sinne von »Bringen wir es einfach hinter uns« erfolgversprechend oder gibt es Alternativen? Sicher gibt es eine Handvoll Akteure, die mit mehr oder weniger großem Risikokapital ausgestattet Produkte und Lösungen über die Pflicht hinaus entwickeln und in den Markt drücken. Die Mehrzahl der kleinen und mittleren Stadtwerke hat jedoch allein schon aus dem kommunalen Hintergrund heraus ein anderes Selbstverständnis.

An dieser Stelle hat Meterpan für diese besondere Kundengruppe ein Bündel von BSI-konformen Mehrwerten in passende Produkte gegossen, die im Rahmen des Pflichtrollouts zu keinen markanten zusätzlichen Investitionen führen und dem Kunden mit intelligentem Messsystem angeboten werden können.

Dynamischer Einblick für Kunden

Meterpan kann als Mehrwert-Gateway-Administrator bei der Betreuung der gesamten Prozesskette vom intelligenten Messsystem bis zum Visualisierungsportal ein Feature anbieten: Obwohl die Gateways im Normalbetrieb die viertelstündlichen Messwerte der Zähler verarbeiten, wird durch die Meterpan-Messplattform bei Aufruf der Smart-Meter-Visualisierung durch den Kunden im Web eine Live-Anzeige mit sekündlicher Aktualisierung generiert.

Mit ihr lassen sich die bekannten Online-Services eines Energieversorgers, aber vor allem auch die neuen Smart-Meter-Daten auf allen üblichen Endgeräten anzeigen.

Kommunikation in der Liegenschaft

Zentraler Dreh- und Angelpunkt von Mehrwerten durch das intelligente Messsystem ist erklärtermaßen der CLS-Kanal. Ist das neue System erst einmal installiert und in Betrieb genommen, steht dieser Kanal durch die hochsichere, BSI-konforme Infrastruktur zur Nutzung zur Verfügung. Eine universelle Box, das CLS-Meter-Gateway, lässt sich einfach an das Smart-Meter-Gateway (SMGW) anbinden und vereint umfassende Kommunikationsmöglichkeiten in der Liegenschaft in sich: Neben einem IP-Proxy für sämtliche IoT-Services erzeugt es ein vollständiges Lorawan, sprich (w-)mBus und viele andere Zählerprotokolle und kann zur Nutzung der Kommunikationsverbindungen die Daten zwischenspeichern.

Mit einer standardisierten Ergänzungsbox zum SMGW kann somit der Messstellenbetreiber sofort eine Vielzahl zusätzlicher Anwendungsfälle abdecken: von der Mehrspartenauslesung über viele Varianten des Submeterings bis zur weiten Welt der IoT-Produkte.

Insgesamt wird deutlich: Jedem gMSB ist es bei sorgfältiger Betrachtung der Materie durchaus möglich, Mehrnutzen für seine Kunden zu stiften, ohne die Kosten ins Uferlose zu treiben. Sicherlich ist die neue Infrastruktur zunächst nicht zum Nulltarif zu haben, aber eine sinnvolle Alternative oder gar einen Weg zurück gibt es nicht.

Daher erscheint es absolut angeraten, durch wohlüberlegte und gezielte Kundenansprachen die anstehenden Pflichteinbaufälle zu gelungenen Beispielen der Digitalisierung zu machen. Die geschickte und kosteneffiziente Verbindung von Pflichtprogramm und standardisiertem Mehrwertangebot macht es bei Meterpan jedenfalls möglich.

Steffen Heudtlaß