‚Deutsches ITER-Industrie-Forum e.V.’ gegründet

Mehr Industrieaufträge für den Fusionsforschungsreaktor ITER

15. Mai 2007

Deutschland trägt durch seine drei Fusionsforschungseinrichtungen, das Forschungszentrum Karlsruhe, das Forschungszentrum Jülich und das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching, in erheblichem Umfang zur Vorbereitung des künftigen Fusionsreaktors ITER bei. Über seine Beiträge an die Europäische Union wird sich Deutschland auch maßgeblich an der Finanzierung des europäischen Kostenanteils von knapp 50 % für ITER beteiligen. Für die Errichtung des internationalen Großprojekts werden an die Industrie weltweit Aufträge mit einem Gesamtvolumen von etwa 4,5 Mrd. € vergeben. Auf Initiative des Forschungszentrums Karlsruhe und mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) haben sich zahlreiche deutsche Unternehmen mit dem Ziel zusammengefunden, ihre Chancen im anstehenden Ausschreibungs- und Vergabeprozess zu optimieren. Dafür wurde im Forschungszentrum Karlsruhe das ‚Deutsches ITER-Industrie-Forum e.V.’ gegründet.

Ziel der weltweiten Fusionsforschung ist die Entwicklung eines Kraftwerkes, das - ähnlich wie die Sonne - Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnt. Dazu muss der Brennstoff, ein Wasserstoffplasma, in Magnetfeldern eingeschlossen und auf Temperaturen über 100 Mio. Grad aufgeheizt werden. Ein Gramm Brennstoff könnte Energie freisetzen, die der Verbrennungswärme von 11 t Kohle entspricht. Der Experimentalreaktor ITER, der in Cadarache/Südfrankreich gebaut wird, markiert einen Durchbruch: Erstmals wird mindestens zehnmal mehr Energie gewonnen als für die Aufheizung des Plasmas aufgewendet wird. Partner dieses weltumspannenden Projektes sind die Europäische Union, die Russische Föderation, Japan, USA, China, Südkorea und Indien. Die Anlage soll 2018 in Betrieb gehen und anschließend etwa 20 Jahre laufen. Die geschätzten Gesamtkosten betragen rund 10 Mrd €.