Der Dampf entspannt in einer Entnahme-Gegendruckturbine auf einen
Kondensatordruck von 0,2 bar. Der Entnahmedruck beträgt 2,5 bar.
Im Winter wird der Niederdruckteil der Turbine nur mit Kühldampf
beaufschlagt und 90 Prozent des Frischdampfes gelangen über die
Entnahme in den Heizkondensator, im Sommer sind die Verhältnisse
umgekehrt, erklärt Ersing die Funktion des Schmuckstücks, wie er
die Turbine der Aktiengesellschaft Kühnle, Kopp & Kausch liebevoll
nennt. Abhängig vom Wärmebedarf strömt dann ein Großteil des
Dampfes in den Kondensator und die Kondensationswärme wird über
Rückkühler, die auf dem Dach aufgestellt sind, an die Umgebung
abgeführt, so Ersing weiter. Die ausgekoppelte Fernwärme gelangt
über ein Netz von 650 m Länge zu drei Übergabestationen. Die Anlage
ist für Betrieb ohne Beaufsichtigung (BoB 72 h) ausgelegt und wird
auch so betrieben. Der Strom wird vollständig in das öffentliche
Netz eingespeist und gemäß EEG vergütet. Parallel wird der
Eigenbedarf aus dem Netz bezogen. An den Übergabestellen zu den
Verbrauchern befinden sich erdgas- oder heizölgefeuerte
Kesselanlagen, welche die Spitzenlast- und Reservefunktion
übernehmen.