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3 Fragen an Andrew Han

02. Oktober 2018

Bis Dato ist der Anteil der E-Firmenwagen in den meisten deutschen Unternehmen unbekannt. In welchem Umfang sind Unternehmen denn überhaupt an dem Thema interessiert?

Wir sehen schon einen Trend zur E-Mobilität, speziell für gewerbliche Autofahrer. Unsere Verkaufszahlen spiegeln das wider. Der Flaschenhals ist die Lieferfähigkeit der Autohersteller, insbesondere der deutschen Marken. Die Nachfrage ist viel höher. Selbst wir bekommen für unsere Mitarbeiter keine Leasingfahrzeuge mit Hybridtechnik. Aktuell bereitet sich jeder auf die Situation vor, E-Autos anzuschaffen.

Wen meinen Sie damit konkret?

Zum Beispiel gewerbliche Liegenschaftsverwalter. Deren Mieter fragen nach Lademöglichkeiten, weil sie 2019 die Anschaffung eines Hybridfahrzeugs planen oder Ähnliches. Für das Bereitstellen einer Ladeinfrastruktur ist immer der Eigentümer der Immobilie verantwortlich. Die Kostenverteilung ist dann wieder eine andere Sache. Der Trend ist auf jeden Fall da. Angesichts der Schadstoffproblematik in den Innenstädten von Stuttgart oder München sehen wir dort zwar keine großen Verkäufe, aber die Nachfrage ist da. Anbieter von Last Mile Delivery stehen in den Startlöchern. Durch die angekündigten Modelloffensiven großer Automobilhersteller wird es nächstes Jahr hoffentlich viel besser. Insbesondere dann, wenn die Pauschalversteuerung von 1 Prozent auf 0,5 Prozent gesenkt wird. So steht es im Koalitionsvertrag. Vorgesehen ist, dass der geldwerte Vorteil für Dienstwagenfahrer verringert wird. Wenn das umgesetzt ist, geht der Boom los. Das war auch der Auslöser der Entwicklung in Norwegen und Holland.

Lademengen abzurechnen, gilt als komplex.

Es ist deshalb nicht komplex, weil wir es einfach machen. Nehmen wir an, ein Arbeitgeber möchte E-Mobilität einführen. Er möchte natürlich den Stromanteil, den sein Arbeitnehmer zu Hause in das Firmenfahrzeug lädt, bezahlen. Angenommen, der Strom kostet 100 Euro pro Monat: Das möchte der Arbeitnehmer erstattet bekommen von seiner Firma. Es ist ja ein Dienstauto. Wie bewerkstelligt man das, wenn es zu Hause keine intelligente Ladebox gibt? Diese Lücke schließen wir. Mit einer Ladesäule und einem zertifizierten Zähler. Die Ladesäule ist verbunden mit dem Internet beziehungsweise mit unserer Abrechnungssoftware. Zum Monatsende zählen wir die Kilowattstunden zusammen und multiplizieren mit dem Preis, den der Mitarbeiter an seinen Stromlieferanten zahlt. Die Summe stellen wir dem Arbeitgeber in Rechnung in Form eines PDF-Dokuments. Wenn wir die Summe dann vom Arbeitgeber erhalten, transferieren wir sie weiter an den Arbeitnehmer auf dessen Konto. Alles das geht automatisch.

Erschienen in Ausgabe: 07/2018

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