Ein Platz an der Sonne

München. - Vom 9. bis 11. Juni öffnet die weltweit größte Fachmesse der Solarwirtschaft ihre Pforten. Im Vorfeld haben Energie Spektrum und g+h die Stimmung der Aussteller eingefangen.

21. Mai 2010

Stuart Brannigan, Managing Director, Yingli Green Energy Europe

Ungeachtet der bestehenden Herausforderungen und sich ändernden Rahmenbedingungen ist und bleibt der deutsche Markt für uns sehr wichtig. Hier nahm die Erfolgsstory der Photovoltaik ihren Anfang; nun gilt es für sie international neue Potenziale zu eröffnen.

Yingli Green Energy hat sich als oberstes Ziel gesetzt, Photovoltaikprodukte in bester Qualität zu einem attraktiven Preis anzubieten und so schnell wie möglich die Netzparität zu erreichen, damit die Photovoltaik zu einer preislich attraktiven Energiequelle für jedermann wird. Gleichzeitig geht es für uns wie auch für die gesamte Branche darum, neue innovative Technologien zu entwickeln und neue Absatzmärkte aufzubauen. Märkte wie die USA und China bieten hervorragende Zukunftsperspektiven für die gesamte Branche. Dazu wünsche ich mir von der Intersolar dynamische Impulse.

Hanss Bruss, Key Account Manager, Helukabel

Nach über 30 Jahren Erfahrung mit Kabeln und Leitungen hat Helukabel auch die passenden Lösungen auf Anforderungen, welche durch die Anwendung in der Photovoltaik an die Verkabelung gestellt werden.Unter unserer eigenen Marke Solarflex-X PV1-F bietet Helukabel eine vielfach bewährte Leitungstype mit den Approbationen durch VDE, TÜV und UL an.

Neu – jetzt auch mit Nagetierschutz.Ergänzend zu den Solarleitungen rundet umfangreiches Zubehör mit Buchsen, Steckern, Adaptern und Werkzeugen das Programm sinnvoll ab. Zu beachten sind auch die konfektionierten Solarleitungen sowie Sonderaufmachungen als kundenindividuelle Lösung. Alle gängigen Querschnitte der Solarflex-X PV1-F, die im eigenen Werk von Helukabel am Standort in Windsbach gefertigt werden, sind ab Lager kurzfristig lieferbar.

Lars Falck, Geschäftsführer, Juwi Solar

Wir erwarten, dass sich die Bedeutung deutscher Modulhersteller weiter verringern wird. Preisgespräche zeigen, dass die deutschen Produzenten es ganz schwer haben werden. Auch die Hersteller anderer Komponenten werden erheblich unter Preisdruck geraten, weil in der Wertschöpfungskette an keiner Stelle mehr Reserven sind. Die jüngste Einigung der Koalitionsfraktionen auf den Gesetzesvorschlag ist eine Farce. Alle Sachverständigen – alle – haben sich gegen die Streichung der Ackerfläche ausgesprochen, weil auch alle Argumente dagegen sprechen.

Dennoch hält die Koalition ohne jede stichhaltige Begründung in der Vorlage daran fest, Ackerflächen komplett aus der Förderung herauszunehmen. Wie werden in Deutschland eigentlich Gesetze gemacht? Mit ihren Beschlüssen schadet die Bundesregierung den Verbrauchern: Sie zerstört mit der Ackerfläche den großen Billigmacher im Solarsegment. Strom von kleinen Dach-Anlagen wird um mehr als ein Drittel teurer vergütet als Solarstrom vom Acker.

Dr. Hans-Thomas Fritzsche, Geschäftsführer, Sputnik Engineering

Die Kürzung der Einspeisetarife stellt eine Herausforderung dar. Ich denke, dass es für die Mehrheit der in der PV-Branche tätigen Unternehmen unstrittig ist, dass die derzeitigen Einspeisetarife zu unnötig hohen Margen oder Renditen führen und damit das Ansehen der Photovoltaik gefährden. Wie hoch die Senkung sein kann, ist sicher diskussionswürdig. Das Problem, mit dem wohl alle in der Branche Beteiligten kämpfen, ist der unnachahmlich laienhafte Weg, wie die Politik hinsichtlich einer Modifikation des EEG agiert.

Beginnend mit einer drastischen Kürzung für die Dachanlagen bereits zum 1. April dieses Jahres über die Verschiebung auf den 1. Juli hin zum vollständigen Förderentfall für Freiflächenanlagen auf Ackerflächen. Es verwundert wenig, dass die gesamte Branche in Aufruhr ob fehlender Planungssicherheit ist. Bei großen Freilandprojekten führt diese Verunsicherung bereits dazu, dass Banken ihre Finanzierungszusagen zurückziehen, da das Projekt bei verspäteter Fertigstellung völlig wertlos wäre. Und in diesen dampfenden Kessel kommt dann noch eine weltweite Verknappung elektronischer Bauteile, die die Wechselrichterhersteller ihre Fertigungskapazitäten nicht auslasten lässt.

Angesichts dieser vornehmlich durch die Politik verursachten Verwirrung ist es schwer absehbar, wie sich der Markt nach einer gegebenenfalls in Kraft gesetzten EEG-Modifikation in Deutschland entwickeln wird.

Klaus Gehrlicher, Vorstand, Gehrlicher Solar

Die Intersolar als internationale Leitmesse für Solartechnik ist die Gelegenheit, sich über aktuelle Trends und Produktneuheiten dieser Zukunfts- und Wachstumsbranche zu informieren. Darüber hinaus bietet sie allen Teilnehmern und Ausstellern eine gute Gelegenheit, bestehende internationale Kontakte zu vertiefen – und neue zu knüpfen.

Für uns als europäisch und international ausgerichtete Projektierer von Photovoltaikanlagen für Dach- und Freifläche sowie als Produktentwickler, ist die Intersolar eine ideale Plattform, um dem internationalen Fachpublikum unsere Produktneuheiten vorzustellen.

Holger von Hebel, Vorstand, Bosch Solar Energy

Die aktuelle Diskussion um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die weitere Absenkung der Einspeisevergütung haben zu großen Unsicherheiten geführt, bei den Kunden ebenso wie bei den Herstellern von PV-Anlagen. Wie alle anderen Unternehmen in der PV-Industrie auch, sehen wir zurzeit ein temporäres, starkes Anziehen der Nachfrage. Die Auswirkungen der EEG-Absenkung für unser Unternehmen sind grundsätzlich sehr negativ und in ihrem vollem Umfang noch nicht ganz überschaubar.

Die EEG-Anpassung im vorgeschlagenen Umfang wird einen Einfluss auf unsere Ausbaupläne haben und es wird von der weiteren Entwicklung des PV-Marktes abhängen, inwieweit die geplanten Erweiterungen in der ursprünglichen Form und Zeit realisiert werden können. Die Intersolar 2010 steht für die Bosch Solar Energy AG im Zeichen der Dünnschicht. So präsentieren wir unter anderem ein neues System, das die Montage von Dünnschicht-Solarmodulen enorm erleichtert und die Montagezeit für ein Modul auf 15 Sekunden verkürzt.

Felix G. Hensel, Geschäftsführer, Hensel

Der Photovoltaikmarkt wächst unaufhaltsam und gewinnt auch international immer mehr an Bedeutung. Mittlerweile gehört die Installation von Photovoltaikanlagen schon fast zum Standard-Repertoire des Elektrofachmanns. Für Hensel ist die Intersolar eine wichtige Plattform, um dem Fachpublikum innovative Lösungen für die Installation von Photovoltaikanlagen zu präsentieren. Die Enysun-Verteiler bilden den Kern unserer Präsentation. Wir haben frühzeitig begonnen, Lösungen für die Schnittstelle zwischen Photovoltaikanlage und Energienetz zu entwickeln.

Die Anforderungen an diese Schnittstelle unterscheiden sich deutlich von den Anforderungen an klassische Energieverteiler. Das Ergebnis ist unser Enysun-Verteilerprogramm, welches sowohl auf der DC- als auch auf der AC-Seite normgerechte und korrekt dimensionierte Verteiler in modularer Bauweise bietet, die den sicheren Betrieb bei hoher Anlagenverfügbarkeit sicherstellen. Zum Programm gehören praxisgerechte PV-Gehäuse, die in ausländischen Märkten den dortigen Anforderungen gemäß ausgebaut werden können.

Horst Jung, Marketingleiter, ABN Braun

„Dissipat atque fovet“ lautet der Wappentext meiner Geburtsstadt. Die Sonne zerstreut die Wolken und erwärmt die Erde. Dass Ludwig XIV. sich als Sonnengott damit selbst verewigt hat, konnte meine Faszination für die Sonne und ihre Bedeutung für das Leben nicht beeinflussen. Wenn ich mir heute die dynamische Entwicklung des Geschäftsfeldes der erneuerbaren Energien, der Photovoltaik und der Solarthermie anschaue, die politischen Weichenstellungen hin zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, dann erinnere ich mich an diesen Wappenspruch.

Nach neun Jahren hat sich die Intersolar zum internationalen Angelpunkt einer Branche entwickelt, deren Dynamik ungebremst, nein zukünftig sogar noch steigend sein wird. ABN wird hier die Kompetenz für Rückspeiseanlagen im Bereich der Messung, Wandlung und Verteilung, Indoor und Outdoor, mit Standardsystemen und kundenspezifischen Lösungen vorstellen. Wie in den vergangenen Jahren freuen wir uns auf qualifizierten Kundenkontakt.

Carsten Körnig, Geschäftsführer, Bundesverband Solarwirtschaft

Wir gehen vor dem Hintergrund anhaltender Vorzieheffekte 2010 von einem guten ersten Halbjahr aus. Die Auftragsbücher unserer PV-Mitgliedsunternehmen sind derzeit gut gefüllt. Wir halten einen erneuten deutlichen Marktzuwachs in diesem Jahr vor dem Hintergrund dieser Vorzieheffekte für wahrscheinlich.

Wie stark dieser ausfällt und wie lange der Markt nach der Kürzung rückläufig sein wird, ist derzeit nicht vorhersehbar. Auf der Intersolar werden viele Energieversorger und Kommunen an den drei Messetagen in München Gespräche mit der Solarbranche führen, dabei wird es auch um den Ausbau der Zusammenarbeit gehen. Die deutsche Solarbranche steht offen und ideologiefrei Kooperationen mit Energieversorgern und Kommunen gegenüber.

Milan Nitzschke, Kommunikationsleiter, Solarworld

Mit der Änderung im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) zum 1. Juli wird das Hauptaugenmerk der Endkunden auf die angepasste Regelung des Eigenverbrauchs gerichtet sein. Wem es gelingt, seinen Stromverbrauch in Zeiten zu verschieben, in denen mit der Solarstromanlage auf dem eigenen Dach genügend Strom erzeugt wird, kann seinen Ertrag deutlich erhöhen. Zukünftig werden intelligente Systeme zur Verbrauchssteuerung sowie hocheffiziente Module den Markt bestimmen.

Mit der Software Suntrol können schon heute Stromertrag und -verbrauch zu jedem Zeitpunkt und von jedem Ort aus abgelesen werden. Im neuen Solarmarkt ab dem 1. Juli werden eine verlässliche Qualitätsgarantie und Systemlösungen aus einer Hand eine noch größere Rolle spielen als heute.

Mit dem Langzeittest der Zeitschrift Photon hat Solarworld erneut unter Beweis gestellt, dass mit unseren Modulen die höchsten Erträge zu erzielen sind. Wir wissen, was unsere Qualitätsprodukte leisten, und geben dieses Leistungsversprechen durch die höchste Garantie innerhalb der Branche an unsere Kunden weiter.

Thomas Prudlo, Geschäftsführer Green City Energy

Das Bündnis Solare Zukunft wurde von dem alternativen Energiedienstleister Green City Energy initiiert und vertritt über 1.000 Betriebe mit 12.000 Mitarbeitern und 170.000 Eigenheimbesitzer in Bayern. Die Bündnispartner appellieren eindringlich an die Bundesregierung, die Kürzungspläne für Solarenergie massiv zu überdenken.

Die Pläne der Bundesregierung gefährden allein in Bayern rund 10.000 Arbeitsplätze und somit den Solarstandort Deutschland. Das Bündnis hält eine Absenkung im einstelligen Bereich, schrittweise ab dem 1. Juli für vertretbar und fordert die Bundesregierung auf, den Vertrauensschutz für Investitionen zu gewährleisten und die Kürzungen deutlich abzumildern.

Michael Schultze, Marketingleiter, Carlo Gavazzi

Mit unseren 15 und 20 kW Wechselrichtern für Drehstromeinspeisung machen wir den ersten Schritt um Symmetrieprobleme im Netz zu verhindern. Weitere Geräte werden in Kürze folgen. Ein weiteres Thema sind kommunikationsfähige Energiezähler mit denen es möglich ist den Eigenverbrauch der produzierten Solarenergie zu erfassen und sinnvoll zu steuern.

Unsere Erfahrungen aus Südeuropa haben gezeigt, dass die Überwachung von Solar Großanlagen über den Wechselrichter nicht ausreicht und keine sichere Aussage über die Gesamteffizienz der PV-Anlage zulässt. Mit unserem EOS-Array-System präsentieren wir hierzu eine passende Lösung. Zukünftig wird das Elektroauto in Kombination mit Solarenergie ein wichtigesThema. Dafür sind neue Ideen und Technologien gefragt, an denen wir sehr intensiv arbeitet.

Tobias Zwirner, Geschäftsführer, Phaesun

Die Phaesun GmbH ist seit ihrer Gründung 2001 auf den Verkauf, den Service und die Installation von netzunabhängigen Photovoltaik- und Windenergiesystemen spezialisiert. Die drohenden Förderkürzungen belasten unser Unter-nehmen nicht, denn wir machen als Off-Grid-Spezialisten keine Geschäfte im Bereich der Netzeinspeisung.

Auf der Intersolar stellen wir seit 2003 unsere Produkte jedes Jahr aus, denn es hat sich gezeigt, dass diese Messe aufgrund ihrer Internationalität gut zu unserer Unternehmensphilosophie passt. Auf der Intersolar können wir sehr viele Kontakte zu internationalen Unternehmen aus dem Bereich Photovoltaik-Inselsysteme knüpfen und gleichzeitig zeigen, dass wir uns als Off-Grid-Spezialist etabliert haben.