Ein weites Feld

Digitale Energie – Mit dem Robotron Smart Campus in Dresden entsteht ein Abbild der neuen vernetzten Energiewelt. Im Mittelpunkt des Projektes steht intelligente Software als Wegbereiter für das Netz der Zukunft.

23. Juli 2019
Technology Innovation Evolution Tech Innovative Concept

Elektroauto, Akkuspeicher mit PV, Wärme und Kälte: In modernen Gebäuden entstehen mit der Sektorkopplung von Strom, Wärme und Verkehr viele Daten. Sie müssen im Sinne der jeweils bestmöglichen Steuerung für das Energiemanagement eingesetzt werden. Erst dann entstehen sinnvolle Szenarien im Sinne des Klimaschutzes beziehungsweise der Energiewende.

Dezentral

Wichtig ist dabei vor allem die Dezentralität – sowohl bei Erzeugung und Verbrauch, also auch beim Datenmanagement. Das betonen Experten immer wieder. Robotron in Dresden hat jetzt eine Software entwickelt, die diesen Prämissen Rechnung trägt; Zielgruppen sind kommunale Energieversorger und Liegenschaftsmanager/Facility-Management-Anbieter, die das Energiemanagement mittels intelligenter Software als Geschäftsidee nutzen wollen.

Robotron sieht das Energiemanagement als Wegbereiter für das Smart Grid. Intelligentes Energiemanagement ist in Zeiten eines sich stetig wandelnden Energiemarktes ein entscheidender Erfolgsfaktor und Basis für Energieeffizienz von Unternehmen und Organisationen.

Das Netz der Zukunft ist von dezentralen Energieerzeugern, Speichern, Prosumern und Dienstleistungen geprägt. Robotron bietet innovative Software-Lösungen für intelligentes Energiemanagement im Netz der Zukunft und macht diese mit dem Smart Campus erlebbar, so das Unternehmen.

Neue Energiewelt kompakt

Mit dem Pilotprojekt entsteht ein Abbild der neuen vernetzten Energiewelt, heißt es. »Im Mittelpunkt steht die intelligente Robotron-Software als Wegbereiter für das Netz der Zukunft«, heißt es in einer Projektbeschreibung. Seit Februar sind wesentliche Systemelemente wie die PV-Anlage in Betrieb. Software spielt eine zentrale Rolle bei der Optimierung von Energiesystemen und ist dabei Fundament für eine optimierte Beschaffung und Vermarktung von Strom. Damit wird Software zur Basis für eine hohe Prognosegüte und schafft die Grundlage für eine kosteneffiziente Steuerung und optimale Bewirtschaftung von Energiesystemen, so Robotron.

Präzise Messdatenerfassung

Mit der Software werden die Messdaten engmaschig erfasst, aufbereitet und für Analysen vorgehalten.

»Das System bietet Einsatzmöglichkeiten für alle Liegenschaftsgrößen«, sagt Frank Ermel von Robotron. Genau darin bestehe der Mehrwert des Projektes. »In der Praxis werden auch wir als IT-Spezialisten mit den unterschiedlichsten Konstellationen, Infrastrukturen und Elemente eines derartigen Netzes konfrontiert. Alle Elemente sinnvoll einzubinden, zu steuern, zu prognostizieren, ist der Sinn dieses Smart Grids«, so Ermel. Die Skalierbarkeit über die Software sei existenzielle Voraussetzung zur praktischen Anwendung des Robotron Smart Grid.

Intelligente Prognose

Die Software ermöglicht die Verwendung historischer Messwerte und die Analyse verschiedener Einflussfaktoren wie etwa Wetterdaten. Auf diese Weise können Lastverläufe von Verbrauchern und Erzeugungsanlagen prognostiziert werden. Das System erzeugt Fahrpläne Day Ahead für die Erzeugungseinheiten und die steuerbaren Verbraucher; dazu gehören künftig vor allem E-Ladesäulen und abschaltbare Lasten.

Berücksichtigt werden importierte Wetterprognosen, Preise, Lastgänge sowie Anforderungen der Verbraucher wie Schicht- und Feiertagskalender und Produktionspläne. hd

Erschienen in Ausgabe: 04/2019
Seite: 49