Eisbär im Tank

In Deutschland gibt es jetzt eine Tankstelle für Flüssigerdgas (LNG). Der Nutzfahrzeughersteller Iveco und Uniper eröffneten in Ulm eine Tankmöglichkeit für LKW. Genutzt wird die Tankstelle zur Erprobung von Motorenkonzepten für den Fernverkehr. Mobilität ist ein attraktives Feld für die Gasbranche mit viel Potenzial für die Zukunft, sagen Experten. Der deutsche LNG-Markt steckt aber noch in den Kinderschuhen.

29. Juni 2016

 

Zudem enthält das tiefgekühlte, verflüssigte Erdgas auf eine Tankgröße bezogen 600-mal so viel Energie wie normales Erdgas. Dadurch ist es möglich, LKW mit Erdgasmotoren auch im Fernverkehr einzusetzen.

 

Iveco hat nach eigenen Angaben als erster Hersteller auch ein LNG-Nutzfahrzeugangebot.

 

Uniper verfüge über erhebliche LNG-Mengen und die erforderlichen Kapazitäten an LNG-Terminals, so das Unternehmen. LNG als Kraftstoff wird von Uniper unter der Marke Liqvis angeboten.

 

LNG-Tankstellennetz geplant

 

„Die Errichtung dieser Tankstelle ist in Deutschland ein erster, wichtiger, Schritt zur Entwicklung innovativer und umweltfreundlicher Alternativen für die Kraftstoffversorgung im Langstreckenverkehr“, so Eckhardt Rümmler, Chief Operating Officer bei Uniper.

 

Im Rahmen von weiteren Partnerschaften wolle das Unternehmen in den nächsten Jahren in Deutschland und ausgewählten Nachbarländern ein bedarfsgerechtes LNG-Tankstellennetz aufbauen, so Rümmler.

 

Der Internationalen Energieagentur IEA in Paris zufolge steigen die LNG-Exporte weltweit bis 2020 um 40%. Dadurch eröffnen sich neue Chancen für den deutschen Markt. In Rotterdam erweitert der LNG-Terminal-Betreiber Gate derzeit seine Ladekapazitäten.