Emissionshandel: Vorschlag für back-loading vorgelegt

Vor dem Hintergrund der aktuellen Preisentwicklung für Emissionshandelszertifikate hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für ein sogenanntes back-loading vorgelegt. Damit ist die Zurückstellung der Versteigerung von CO2-Emissionszertifikaten auf einen späteren Zeitpunkt gemeint. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt den Vorschlag grundsätzlich, weist aber darauf hin, dass dieser Schritt durch nachhaltige strukturelle Reformen flankiert werden muss.

14. November 2012

Der VKU stimmt zu, dass künftig die richtigen Anreize für Investitionen in emissionsarme Technologien gesetzt werden müssen. Bedingt durch die Wirtschaftskrise herrsche eine Überversorgung an Emissionshandelszertifikaten im Markt. Preise von derzeit 8 € pro Zertifikat setzen unzureichende Anreize für Anlagenbetreiber, um in emissionsärmere Technologien zu investieren. »Den Vorschlag der Europäischen Kommission, 900 Millionen Zertifikate vorerst zurückzuhalten und ab 2019 in den Markt zurückzuführen, bewerten wir als unzureichend. Um die richtigen Anreize zu schaffen, muss dieser Schritt durch nachhaltige strukturelle Reformen flankiert werden«, so Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU.

Man begrüße, dass die Europäische Kommission im Carbon Market Report langfristige Maßnahmen zur Stützung des Emissionshandelssystems anstoßen will. Diese Maßnahmen dürften allerdings nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Dies gelte insbesondere für Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK), die im Gegensatz zu weiteren Wärmeressourcen dem Emissionshandelssystem unterliegen und nicht benachteiligt werden dürfen.