ERNEUERBARE

Länderreport Bayern

Der Anteil der Erneuerbaren am bundesweiten Stromverbrauch soll bis 2030 auf 65 Prozent steigen. In einer neuen Serie stellt energiespektrum die Lage in den 16 Bundesländern vor. Heute: Bayern.

30. Juli 2019
Länderreport Bayern
(Bild: industrieblick – stock.adobe.com)

Unmittelbar vor der parlamentarischen Sommerpause hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Willen der Staatsregierung bekräftigt, mehr für den Klimaschutz zu tun als bislang.

Hundert neue Windenergieanlagen sollen in den nächsten zwei Jahren in Bayern gebaut werden, so Söder laut Medienberichten. Auch bei der Photovoltaik soll sich etwas tun. Nachdem die Staatsregierung die Zahl der Freiflächen unlängst von 30 auf 70 erhöht hatte, soll die Deckelung für PV nahezu aufgehoben werden. Kommunen bekommen künftig freie Hand für das Ausweisen von Flächen für PV-Freiflächenanlagen.

Der Wind-Ausbau ist seit Inkrafttreten der 10-H-Regel in Bayern de facto zum Erliegen gekommen. Demnach müssen WEA einen Mindestabstand zu Häusern haben, der zehn Mal der WEA-Höhe entspricht. Zwar will die Söder-Regierung die 10-H-Regel nicht antasten, stattdessen soll es Medienberichten zufolge ein spezielles Wind-Konzept geben, das die Staatsregierung ausarbeiten ließ.

Fokus Klimaneutralität

Zudem kündigte Markus Söder an, dass seine Regierung beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen wolle. Flugreisen für Politiker und Staatsbeamte sollen signifikant reduziert und auf die Bahn umgeleitet werden. Schneller als der Bund oder andere Bundesländer soll Bayern das Ziel Klimaneutralität erreichen. In den Jahren ab 2040 werde das der Fall sein, so Söder. Die Staatsregierung mit ihren Ministerien will schon deutlich früher klimaneutral sein. Die Staatskanzlei in München bezieht nach Regierungsangaben bereits seit Jahren ausschließlich Ökostrom.

Im Herbst werde seine Regierung ein Klimaschutzgesetz vorstellen, so Söder.

Windkraft

Im ersten Halbjahr 2019 gingen in Bayern keine neuen WEA in Betrieb. Das geht aus Zahlen der Windbranche hervor, die jüngst in Berlin vorgestellt wurden. Demnach betrug der Anlagenbestand in Bayern unverändert 1.160 WEA mit einer Leistung von insgesamt 2.514 MW.

Beim Neubau setzte sich den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2019, bedingt durch den insgesamt niedrigen Zubau, kein Land eindeutig an die Spitze. „Nur in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein- Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern wurden mehr als zehn Anlagen errichtet – dies spiegelt den insgesamt niedrigen Zubau wider“, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverbandes Windenergie. Hier die Details zum Nachlesen.

Photovoltaik

2018 betrug in Bayern die neu installierte Leistung Photovoltaik pro km² 9,4 kWp, so die Agentur für erneuerbare Energien (2017: 5,8; 2016: 1,4).

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