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Immobilien: Wie wirkt sich ein CO2-Preis aus?

Rund 15 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen entstehen im Gebäudesektor durch Heizung und Warmwasserbereitung. Wissenschaftler haben untersucht, wie sich eine CO2-Bepreisung auf die Kosten für Wohn- und Gewerbeimmobilien auswirkt.

08. Oktober 2019
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(Bild: chaiyapruek – Fotolia)

Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) und das Finanzwissenschaftliche Institut (FiFo) haben in der Studie berechnet, wie eine mögliche, exemplarisch betrachtete CO2-Bepreisung auf beispielhaft ausgewählte Wohn- und Gewerbeimmobilien wirkt. Dazu untersuchten sie ein Szenario mit einem zusätzlichen CO2-Preis von 45 Euro pro Tonne auf fossile Energieträger. Dieser Preis steigt dann bis 2040 um 10 Euro pro Jahr. Im Gegenzug wird die Stromsteuer von 2,05 ct/kWh auf das europäische Mindestniveau von 0,1 ct/kWh gesenkt.

Kosten durch CO2-Preis für Haushalte moderat

„Die Belastungen der Beispielhaushalte sind trotz des steigenden CO2-Preises relativ moderat. So ergeben sich für einen Zwei-Personen-Haushalt in einem mittelalten Mehrfamilienhaus mit Gasheizung im Jahr 2030 Mehrkosten von 44 Euro pro Jahr, für eine dreiköpfige Familie in einem neuen Einfamilienhaus mit neuer Gasheizung 82 Euro pro Jahr“, heißt es in einer EWI-Mitteilung. Eine dreiköpfige Familie in einem alten Einfamilienhaus mit veralteter Ölheizung müsse demnach ohne Klimabonus 532 Euro pro Jahr mehr zahlen. „Berücksichtigt man, dass die einkommensschwächsten 40 Prozent der Bevölkerung nach Schweizer Vorbild einen Klimabonus in Höhe von 100 Euro erhalten könnten, profitieren manche Haushalte sogar“, heißt es.

Contracting-Modelle

Die Untersuchung wurde im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) erstellt. Den Angaben zufolge zeigen Berechnungen der Untersuchung, dass sich Investitionen in neue Heizungen und energetische Sanierung trotz des CO2-Preises nicht immer lohnen. Den Angaben zufolge reichen nur bei der Hälfte der untersuchten Gebäude die höheren Energiepreise zusammen mit bestehenden KfW-Zuschüssen aus, damit sich energetische Sanierungen wirtschaftlich rechnen.

„CO2-Bepreisung bietet einen gute Grundlage, auf der weitere Instrumente aufbauen müssen“, heißt es. „Ohne breitenwirksame Förderprogramme und erhöhte steuerliche Abschreibungen können wir die Klimaschutzziele im Gebäudesektor nicht erreichen. Auch mit wird es noch schwer genug sein.“

Im Gutachten wird untersucht, welche ergänzenden Instrumente geeignet wären, auch in schwierigen Konstellationen energetische Sanierungen umzusetzen. Eine wichtige Gruppe sind ältere Menschen in energetisch ineffizienten Immobilien, die mit konventionellen Maßnahmen wie günstigen Krediten häufig nicht erreicht werden.

Auch für die 55 Prozent der Wohnimmobilien, die vermietet sind, werden neue Modelle benötigt, damit die Menschen von einer CO2-Bepreisung nicht übermäßig stark betroffen sind, heißt es. Demnach bieten weiterentwickelte Contracting-Modelle und ‚smarte Warmmieten‘ Ansatzpunkte, um den Klimaschutz bei Mietimmobilien voranzubringen und den Subventionsaufwand im Rahmen zu halten. Die Studie steht auf der Website des EWI zum Download bereit.

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Die Bundesregierung hat Ende September die Einführung des ETS-Handels für die Bereiche Gebäude und Verkehr beschlossen. Hier die Details zum Nachlesen.