E-Mobilität

Nächster Halt: Carsharing-Parkplatz

Bundesregierung und Autobranche wollen den Ausbau des Ladenetzes für Elektro-Fahrzeuge in Deutschland weiter vorantreiben. Das beschlossen beide Seiten am Montag in Berlin. Mit Ladesäulen allein ist es aber nicht getan – der Mehrwert zählt.

26. Juni 2019
Nächster Halt: Carsharing-Parkplatz
(Bild: Dan Race – stock.adobe.com)

Bei Gesprächen im Kanzleramt verständigten sich beide Seiten auf der Entwicklung eines Masterplans für Ladesäulen.

Der Plan solle alles Erforderliche klären, um das Netz von Ladestationen so auszubauen, dass bis 2030 sieben bis zehneinhalb Millionen E-Fahrzeuge auf der Straße sein könnten, hieß es. Die erzielten Ergebnisse für einen Masterplan sollen beim nächsten Treffen erörtert werden. Dann sollen Beschlüsse folgen.

Mobilitätsplattform

Klar ist: Die Verkehrswende ist ein Großprojekt. Da ist ein Durchbruch über Nacht eher unwahrscheinlich. Vielmehr ist diese Entwicklung zu erwarten: Viele Einzelmaßnahmen werden eines Tages die gewünschte Entwicklung in der Breite auslösen.

Das Forschungsprojekt MaaS L.A.B.S. des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zielt auf die Entwicklung innovativer, digital gestützter Mobilitätsangebote. Konkret geht es um eine Nutzer-zentrierte Mobility-as-a-Service-Plattform.

Die elf Projektpartner wollen die Verkehrswende mitgestalten, durch einen flexiblen und bedarfsorientierten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dessen leistungsfähiges Angebot um automatisierte Mikrobusse sowie Car-, Bike- und Ridesharing-Angebote erweitert wird.

Verkehrsteilnehmer im Fokus

Im Fokus des interdisziplinären Projektteams stehen die Verkehrsteilnehmer. Diese sollen schrittweise an Technologien und Geschäftsmodelle herangeführt werden und diese aktiv erproben. „So sollen Fehlplanungen von Beginn an vermieden werden“, so die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) in einer Mitteilung. ASEW ist einer der elf Projektpartner.

Serviceangebote

Vier Serviceangebote greifen in dem Projekt ineinander. Eine App informiert vor Ort über integrierte Mobilitätsangebote (ÖPNV und Sharing-Angebote) und erleichtert die Mobilitätsplanung und -abrechnung.

Intelligente Sharing-Angebote ergänzen den ÖPNV zu einem attraktiven und zum privaten Auto konkurrenzfähigen Gesamtangebot.

Automatisierte Mikrobusse holen Bürger an der Haustür ab und verbessern so die Erschließung von großen Quartieren. Steuerungssysteme sorgen für den reibungslosen Betrieb dieses integrierten Verkehrssystems, das bedarfsgerecht und in Echtzeit auf aktuelle Fahrgastanfragen reagiert.

Living Labs

Den Angaben zufolge betrachtet das Projekt erstmals eingehend die spezifischen Anforderungen kleiner und mittlerer Städte. Dazu werden ab 2020 in Potsdam, Cottbus und Hannover Reallabore, sogenannte Living Labs, eingerichtet.