Power to Gas

Neue Serie: Reallabore der Energiewende

Der BMWI-Ideenwettbewerb Reallabore der Energiewende skizziert das deutsche Energiesystem im nächsten Jahrzehnt. energiespektrum stellt ausgewählte Projekte in einer Serie vor. Heute: Energiepark Bad Lauchstädt.

04. Oktober 2019
Neue Serie: Reallabore der Energiewende
(Bild: VNG I Torsten Proß)

Hinter dem Energiepark stehen VNG Gasspeicher (VGS), Ontras Gastransport, DBI – Gastechnologisches Institut, Terrawatt Planungsgesellschaft und Uniper Energy Storage.

Dieser Unternehmensverbund plant ab 2020 in Bad Lauchstädt im südlichen Sachsen-Anhalt großtechnisch und unter realen Bedingungen die Herstellung, die Speicherung, den Transport und den wirtschaftlichen Einsatz von grünem Wasserstoff.

Mitte Juli wurde das Projekt vom BMWI für die zweite Runde des Antragsverfahrens zugelassen. „Wir freuen uns, dass das BMWi unsere Ideenskizze Energiepark Bad Lauchstädt positiv bewertet und sich prinzipiell vorstellen kann, das Projekt als Reallabor zu fördern. Wir sehen dies als wichtiges Zeichen, dass die Bundesregierung den Aufbau der Power-to-Gas-Technologie nun stärker anreizt“, bewertete Bernd Protze, Geschäftsführer der VNG Gasspeicher GmbH (VGS), die Entscheidung. „Reallabore sind ein zentraler Baustein, um Technologien wie Power-to-Gas schnellstmöglich im industriellen Maßstab aufzubauen und damit den Markthochlauf für grüne Wasserstofftechnologien zu beginnen.“

Bis zu 35 Megawatt

Im Energiepark Bad Lauchstädt soll erneuerbarer Strom aus einem in Planung befindlichen nahe gelegenen Windpark mittels einer Großelektrolyse-Anlage von bis zu 35 MW in grünen Wasserstoff umgewandelt werden. In einer eigens dafür ausgestatteten Salzkaverne kann der gewonnene Wasserstoff zwischengespeichert und über eine umzuwidmende Erdgaspipeline in das Wasserstoffnetz des mitteldeutschen Chemiedreiecks eingespeist und für urbane Mobilitäts- und Energielösungen eingesetzt werden.

Salzkaverne

Die vorgesehene unterirdische Salzkaverne soll eigens für die Speicherung von bis zu 50 Millionen Kubikmeter Wasserstoff ausgestattet werden. „Es wäre die erste Wasserstoff-Kaverne in Kontinentaleuropa und weltweit die einzige, die grünen Wasserstoff, also mittels erneuerbarem Strom gewonnenen Wasserstoff, einspeichert.“ erklärt Prof. Hartmut Krause, Geschäftsführer DBI.

Die Kapazität übertrifft damit die in Deutschland in Pumpspeicherkraftwerken gepufferte Energie um etwa das Vierfache. Aus seiner Sicht „macht die Energiespeicherforschung mit dieser Größenordnung einen gewaltigen Sprung“.

Reallabore der Energiewende

Reallabore der Energiewende wurden im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung als neue Fördersäule etabliert, um den Technologie- und Innovationstransfer von der Forschung in die Praxis zu beschleunigen. Im Zeitraum 2019 bis 2022 sind dazu Fördermittel in Höhe von insgesamt bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen.