H2

Statt Diesel: Wasserstoff für Bus und LKW

E-Mobilität, Erdgas, Wasserstoff: alle drei Energieträger eignen sich als Alternative zu Benzin und Diesel. Wasserstoff gilt für Busse und LKW als Option mit Potenzial. Das wurde bei einer Branchentagung deutlich.

04. November 2019
Statt Diesel: Wasserstoff für Bus und LKW
(Bild: kamasigns – stock.adobe.com)

Über 260 Teilnehmer folgten am 24. Oktober 2019 der Einladung zum 18. Brennstoffzellenforum Hessen 2019 in in Stockstadt am Rhein. Die Tagung stand in diesem Jahr unter dem Motto Schwere Nutz- und Transportfahrzeuge mit Brennstoffzelle.

„Das Fazit der Veranstaltung lautet: Die Logistikbranche und der ÖPNV sind bereit für den Umstieg. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Hersteller mit einer Ausweitung ihres Angebots an geeigneten Brennstoffzellenfahrzeugen nachziehen“, so die Hessische Landesenergieagentur (LEA), die die Tagung organsiert hat.

ÖPNV setzt auf Busse und Züge mit Brennstoffzelle

So plant beispielweise die Lokale Nahverkehrsgesellschaft mbH Kreis Groß-Gerau bis zum Jahr 2030 einen vollständig emissionsfreien ÖPNV zu realisieren. Dazu sollen die bisher eingesetzten Dieselbusse vollständig durch Brennstoffzellenbusse ersetzt werden.

Batteriebetriebene Busse, die ebenfalls emissionsfrei fahren, seien sowohl aus betrieblichen als auch wirtschaftlichen Gründen keine Alternative.

Vorgestellt wurde ebenfalls das Projekt H2Bus Rhein-Main für einen emissionsfreien Nahverkehr in der Metropolregion, welches die Bestellung von elf Brennstoffzellenbussen für den Einsatz in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt umfasst, sowie die Planungen zum Betrieb von 27 Brennstoffzellenzügen des Typs Coradia iLint von Alstom auf vier Linien des RMV zwischen Frankfurt und dem Vordertaunus.

Logistik braucht verlässliche Wasserstoff-Infrastruktur

Der letzte Themenblock des Brennstoffzellenforums befasste sich mit dem Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur für den schweren Güterverkehr sowie mit verschiedenen Tankstellenkonzepten.

Präsentiert wurde neben einer solaren Wasserstoff-Tankstelle in Gießen auch eine mobile Wasserstoff-Betankungseinheit für den Schwerlastverkehr.

Birgit Scheppat, Leiterin des Wasserstofflabors an der Hochschule Rhein Main und Vorstandsmitglied der H2BZ-Initiative Hessen, wies darauf hin, dass der Aufbau einer Pipeline-basierten Wasserstoff-Infrastruktur wesentlich günstiger als die Errichtung von Stromtrassen sei.

„Marktreife in der Praxis beweisen“

Karsten McGovern, Leiter der LEA: “Der ÖPNV und der schwere Gütertransport sind die beiden Bereiche im Verkehrssektor, in denen die Brennstoffzellentechnologie unserer Einschätzung nach über das größte Potenzial verfügt, ihre Marktreife in der Praxis zu beweisen.“

Die LEA hat gemeinsam mit der H2BZ-Initiative die Broschüre ‚Wasserstoff in der Logistik für einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Warentransport‘ veröffentlicht. Sie steht hier zum Download bereit.