STROM

Kapazitätsreserve: BNetzA veröffentlicht Standards

Die Bundesnetzagentur hat die Standardbedingungen der Übertragungsnetzbetreiber für die zukünftige Kapazitätsreserve im Strommarkt genehmigt.

05. August 2019
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(Bild: chones – stock.adobe.com)

»Die Kapazitätsreserve soll für höchst unwahrscheinliche Ereignisse vorgehalten werden. Sie sichert den Strommarkt ab, wenn nicht ausreichend Erzeugungskapazität zur Verfügung stehen sollte«, sagt Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur. »Die nun genehmigten Standardbedingungen schaffen Klarheit über die Vorgaben, zu denen Reserveanlagen unter Vertrag genommen werden.«

Standardbedingungen für Reserveanlagen

Mit den Standardbedingungen schaffen die Übertragungsnetzbetreiber die Grundlage, auf der sie die Reserveanlagen in der Kapazitätsreserve kontrahieren werden. Sie sind auf maximale Transparenz ausgelegt.

Damit wissen potentielle Teilnehmer des Ausschreibungsverfahrens, zu welchen Bedingungen die Reserveanlagen betrieben werden müssen und welche Rechtsfolgen im Falle des Ausfalls der Anlage eintreten. 

Hintergrund zur Kapazitätsreserve

Die Kapazitätsreserve ist ein Instrument zur Absicherung des Strommarktes, wenn nicht ausreichend Erzeugungskapazität zur Verfügung stehen sollte. Sie ist eine Ultima-Ratio-Lösung, um nicht vorhersehbaren und außergewöhnlichen Extremsituationen am Strommarkt entgegenzuwirken. 

Die Anlagen in der Kapazitätsreserve werden alle zwei Jahre von den Übertragungsnetzbetreibern in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt. Bemessen ist die Kapazitätsreserve auf 2 GW Leistung.

Die Ausschreibung für den ersten Erbringungszeitraum (1. Oktober 2020 bis 30. September 2022) startet am 1. September 2019 und endet am 1. Dezember 2019. Weitere Informationen zur Kapazitätsreserve sind unter www.bundesnetzagentur.de/kapres veröffentlicht.

Reaktion

»Die heute beschlossenen Standardbedingungen zur Kapazitätsreserve machen noch einmal die Schwächen der seit Februar 2019 geltenden Kapazitätsreserveverordnung deutlich«, sagt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (Bne).

Sie sei nach seinen Worten in ihrer Systematik zu sehr der alten Energiewelt verpflichtet und lege der Flexibilisierung als notwenigem Element der Energiewende Steine in den Weg. »Die Ausschreibungsbedingungen sind zu einseitig auf konventionelle Kraftwerke ausgerichtet, so dass regelbare Lasten keine faire Chance haben und absehbar nicht zum Zuge kommen werden«, so Busch.