Sinteg

Projekt Windnode: Halbzeitbilanz vorgelegt

Über 70 Partner arbeiten seit zwei Jahren im Windnode-Projekt zusammen. Im Fokus: Netzstabilität bei 65 Prozent Ökostrom-Anteil. Jetzt zogen die Beteiligten ein Zwischenfazit.

28. März 2019
Projekt Windnode: Halbzeitbilanz vorgelegt
(Bild: Franz Metelec/fotolia.de)

Der Ertrag der Stromerzeugung aus Sonne und Wind hängt vom Wetter ab und schwankt dementsprechend stark. Die Windnode-Projektregion Nordostdeutschland ist als Reallabor für diese Frage besonders geeignet, denn hier stammen schon heute deutlich über 56 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien.

Nach der Hälfte der Projektlaufzeit präsentierten nun in Zwickau die Expertinnen und Experten ihre Erkenntnisse. „Einhellige Überzeugung: Nach 24 Monaten Grundlagen- und Entwicklungsarbeit ist nun eine Zeit der Ernte angebrochen, zahlreiche Teilprojekte haben spannende Ergebnisse vorzuweisen“, heißt es in einer Mitteilung.

Mirko Bodach, Leiter der Professur Elektrische Energietechnik/Regenerative Energie an der Westsächsischen Hochschule Zwickau: „Wir sind besonders stolz, dass wir in dem Projekt ein im Reallabor verifiziertes Modell für zukünftige, intelligente Niederspannungsnetze mit flexiblen Energiespeichern liefern und damit gemeinsam im Netzwerk den Weg zu einer ‚All Electric Society‘ ebnen.“

Hintergrund

Unter anderem haben die 70 Projektpartner bisher erreicht (Quelle: Windnode): Fraunhofer Fokus arbeitet an einem Marktplatz für Energiedaten. Zur Vernetzung im digitalisierten Energiesystem bedarf es moderner IKT-Infrastrukturen. Fraunhofer Fokus übernimmt hierbei den Entwurf, die Umsetzung und den Pilotbetrieb einer Energiedaten- und Energiediensteplattform. Den Windnode-Partnern werden technische Bausteine bereitgestellt, die auf offenen Standards basieren. Damit wird den Akteuren ein interoperabler und sicherer Datenaustausch bei geringen Integrationskosten ermöglicht.

Nach fast zweijähriger Entwicklungsarbeit ist Ende 2018 die Windnode-Flexibilitätsplattform der Netzbetreiber 50 Hertz, Stromnetz Berlin, Wemag, Enso und E.dis erfolgreich in den Testbetrieb gestartet. Die Plattform soll helfen, Erzeugung und Verbrauch erneuerbaren Stroms besser in Einklang zu bringen und so zu verhindern, dass erneuerbare Anlagen bei überlasteten Stromnetzen abgeschaltet werden müssen.

Ibar Systemtechnik hat gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der KWG Heizkraftwerksgesellschaft Cottbus ein Kommunales Energiemanagementsystem (Kems) entwickelt. Sein Ziel ist es, Energieerzeugung und Verbrauch intelligent miteinander zu vernetzen und dazu innovative Netztechnologien und -betriebskonzepte einzusetzen. Das Leitsystem ermöglicht es Stadtwerken, bisher ungenutzte erneuerbare Energien effektiv zu verwerten. Das Kems erfasst und visualisiert dafür verschiedene Messwerte und Energienetze (u. a. Wärme, Strom, Gas).

‚Schaufenster intelligente Energie‘

Windnode ist Teil des Förderprogramms Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende, kurz Sinteg, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.Anfang 2018 stellte energiespektrum die Sinteg-Projekte im Überblick vor. Details zum Weiterlesen finden Sie hier.