Fast forward

technik – Je schneller, desto besser: Beim Laden eines E-Fahrzeugs kann es vielen Autofahrern nicht schnell genug gehen. Stand der Technik sind Schnellladesäulen mit Pufferspeicher.

11. Oktober 2019
Fast forward
Das integrierte Klimakonzept steuert den Temperaturhaushalt von Batteriemodulen, Leistungselektronik und Ladetechnik. Das Ladesystem ist für alle Spannungslagen von Traktionsbordnetzen ausgelegt, ab 200 V bis 920 V DC. (Bild: Ads-Tec)

Der Spezialist Ads-Tec Energy aus Baden-Württemberg hat in diesem Jahr mit dem Verkauf eines batteriebasierten Ladesystems begonnen, das sowohl den Wünschen der Autofahrer als auch den Erfordernissen der Netzbetreiber entspricht. Schnellladen ja, aber im Einklang mit dem Netzbetrieb: So könnte man in einfachen Worten den Ansatz zusammenfassen.

Niederspannungsnetz

Nach Unternehmensangaben von Ads-Tec Energy ist über die HPC-Dispenser pro Säule eine DC-Ladeleistung von bis zu 320 kW möglich. »Damit können mehrere hundert Kilometer Reichweite in wenigen Minuten geladen werden. Das System nutzt das bestehende Verteilnetz effektiv und ohne Netzausbau«, heißt es in einer Produktbeschreibung.

Schnellladesysteme sind meist für den Anschluss an das Mittelspannungsnetz konzipiert. Der HPC-Booster ist für den Anschluss an das 400-Volt-Niederspannungsnetz mit Anschlussleistungen im Bereich 20 bis 110 kVA ausgelegt. Die integrierten Batteriemodule mit einem Energieinhalt von bis zu 140 kWh werden von einer Steuerelektronik entsprechend der verfügbaren Netzleistung nachgeladen.

Das Unternehmen rechnet in naher Zukunft mit einem großen Bedarf an batteriebasierten Ladesystemen für die E-Mobilität. »Im Unterschied zu konventionellen Tankstellen wird es viel mehr Stromtankstellen geben, weil die Menschen künftig ihre Energie selbst ernten und verbrauchen. Dies geschieht hauptsächlich im leistungsbegrenzten Verteilnetz, wo sich ein teurer Netzausbau meist nicht lohnt«, so Ads-Tec Energy.

Zielgruppe für das HPC-System sind Betreiber von Schnellladestationen, die einen stoßweise frequentierten Schnellladebedarf haben, wie etwa Tankstellenbetreiber oder Hotelbesitzer sowie Stadtwerke und Energieversorger. Sprich, alle jene, die an Mobilitätsknotenpunkten ein Geschäftsmodell mit Ladeinfrastruktur aufbauen möchten.

Der HPC-Booster beinhaltet den Batteriespeicher mit 2 x 70 kWh Batteriesträngen, die Leistungselektronik zum Netz und zum Ladepunkt. Für den Anschluss von bis zu zwei Dispensern verfügt der HPC-Booster über zwei Leistungseinheiten mit jeweils 160 kW. Diese werden bei Bedarf gekoppelt. Das integrierte Hochleistungs-Klimakonzept steuert den Temperaturhaushalt der gesamten Technik von Batteriemodulen, Leistungselektronik und Ladetechnik. hd

Erschienen in Ausgabe: 06/2019
Seite: 52 bis 53