H2 statt CO2

Power to x – BP treibt intern den Einsatz der Elektrolyse voran. Der Konzern will mit Wasserstoff aus Ökostrom CO2 sparen. Ziel ist die Verwendung in Raffinerien bei der Treibstoffherstellung.

06. September 2019
an empty glass, with spilled water, lies on a gray table close-up

Bei der Verarbeitung von Rohöl wird in einzelnen Anlagen Wasserstoff als Nebenprodukt erzeugt, der in anderen Anlagen als Betriebsstoff beispielsweise zur Entschwefelung der Kraftstoffe oder für andere Konversionsprozesse benötigt wird. Die Bilanz zwischen wasserstofferzeugenden und wasserstoffverbrauchenden Anlagen ist normalerweise nicht ausgeglichen, weshalb zusätzlich Wasserstoff bereitgestellt werden muss, so BP. Dies geschieht heutzutage großtechnisch zumeist über die Dampfreformierung von Erdgas, wobei als Nebenprodukt erhebliche Mengen CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden. »An dieser Stelle setzen unsere Power-to-Gas-Bestrebungen an, denn wir möchten durch Nutzung von erneuerbarer Energie den Wasserstoff über den Weg der Elektrolyse direkt aus Wasser CO2-neutral gewinnen«, so BP Europa in Bochum.

Der Einsatz dieser erneuerbaren Komponenten in einer Erdölraffinerie ist möglich.

— BP Europa

Einsatz erfolgreich getestet

Im April hatten BP und Uniper gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI eine Projektskizze zum Ideenwettbewerb Reallabore der Energiewende eingereicht, den das Bundeswirtschaftsministerium ausgeschrieben hatte. Das geplante Projekt sah die Integration von erneuerbarer Energie in Form von Wasserstoff in den Transportsektor vor. Mittel zum Zweck sollte die Power-to-Gas-Technologie (PtG) im Raffinerieprozess sein.

Die Projektskizze erhielt bei der Fördermittelvergabe Mitte Juli keinen Zuschlag. Trotzdem ist das Thema PtG für BP damit nicht erledigt. Das Unternehmen arbeitet den Angaben zufolge weiter daran, PtG-Projekte umzusetzen. Allerdings brauche es dazu eine anwenderfreundliche Ausgestaltung der RED2-Richtlinie der EU. Schnellstmöglich müsse die Richtlinie national implementiert werden, um Investitionen auszulösen.

Nach Unternehmensangaben sei es für Investitionen in grüne Wasserstoff-Projekte ein großes Hindernis, dass die Umsetzungsfrist offiziell bis Juni 2021 läuft. Dieser Termin dürfe nicht ausgereizt werden, denn Projekte könnten nicht über Nacht umgesetzt werden, so BP. Dass die Integration von grünem Wasserstoff in Raffinerieprozesse grundsätzlich funktioniert, hat BP letztes Jahr bewiesen. Nach Unternehmensangaben nutzte der Konzern weltweit erstmalig regenerativen Wasserstoff zur Kraftstoffproduktion.

»Die Ingenieure der BP Lingen haben gezeigt, dass der Einsatz dieser erneuerbaren Komponenten in einer Erdölraffinerie möglich ist«, so das Unternehmen. Der Wasserstoff wurde mit Power-to-Gas-Technologie unter ausschließlicher Nutzung von erneuerbaren Energien hergestellt. hd

Erschienen in Ausgabe: 05/2019
Seite: 29